Wettbewerb: 12/2025
Verfahren: Ideenwettbewerb - 3. Preis

Das 1967 eröffnete Gemeindezentrum Hohenheim von Heinz Rall wird als identitätsstiftender Ort erhalten und zukunftsfähig transformiert. Der nicht mehr benötigte Kirchenraum wird zum OIKOS – einem unbeheizten, wettergeschützten Stadtraum, der Markt, Begegnung und Veranstaltungen aufnimmt und den Sakralraum in einen öffentlichen Innenraum transformiert.

Eine partielle Dachöffnung schafft den Bezug zum Himmel; teiltransparente Photovoltaikmodule erzeugen Energie, verschatten den Raum und sorgen für eine gleichmäßige Belichtung. Der bewusst ungedämmte Raum folgt einem einfachen, robusten Energiekonzept und wird als klimaangepasster Freiraum unter Dach vielseitig nutzbar.
Der bisherige Innenhof wird überdacht und als lichtdurchflutetes Foyer zum neuen Zentrum. Er bildet die Schwelle zwischen OIKOS und den umliegenden Sälen. Mobile Trennwände ermöglichen variable Raumgrößen – vom Gruppenraum bis zur großen Veranstaltungsfläche.
Zwischen OIKOS und Foyer liegt eine Funktionsspange als organisatorisches Rückgrat mit Treppenhaus, Aufzug, WC-Anlagen und gastronomischer Servicestation. Sie bündelt Infrastruktur, schafft kurze Wege und entlastet den Bestand.
Die Saalbereiche erhalten eine neue gedämmte Gebäudehülle. Der prägende Backstein bleibt erhalten. Der Kontrast zwischen klimatisch offenem OIKOS und temperierten Funktionsräumen ist bewusst gesetzt.

Im Norden wird der Abbruch des baulich und funktional überholten Pfarrhauses vorgeschlagen. Entlang der Grundstücksgrenze kann ein zweigeschossiger Wohnbau entstehen, maßstäblich in die Umgebung eingebunden. Durch Realteilung und Verkauf des Wohnbaugrundstücks kann ein wesentlicher Anteil der Umbaukosten refinanziert werden – eine wirtschaftlich tragfähige Gesamtlösung.


Die bauzeitliche Sichtbeziehung zwischen dem Gemeindehaus und dem Ort in Richtung Südwesten wird wieder hergestellt. Nach Entfernung des Strauchbewuchses entsteht ein großzügiger, baumbestandener Vorplatz als zentraler Ankunftsort. Der Hauptzugang führt über den OIKOS. Zugänge bestehen von Steinwaldstraße, Steckfeldstraße und optional von der Osumstraße. Jugend- und Proberäume im Untergeschoss sind separat erreichbar.



Grundsatz ist die Bewahrung der Gebäudesubstanz bei minimaler Technik:
• OIKOS frostfrei, lokale Wärmeinseln durch Strahlungspaneele
• Querlüftung, Großventilator, sommerlicher Wärmeschutz durch Überstände
• Innenhofüberdachung reduziert Wärmeverluste
• Lüftung über unterirdisches Labyrinth zur Vorwärmung/Vorkühlung
• Dreifachverglasung, Dämmmaßnahmen an Wärmebrücken
• Fußbodenheizung in Aufenthaltsräumen
• Luftwärmepumpe, niedrige Vorlauftemperaturen
• Photovoltaik auf Dachflächen zur Eigenstromnutzung